Ukraine-Krieg: Drohnen zerstören extrem seltene russische Tu-142

Ein ukrainischer Drohnenangriff auf das Berijew-Werk im russischen Taganrog hat zwei Flugzeuge der russischen Marine zerstört. Darunter befindet sich eine seltene Tu-142MR, die für die Kommunikation mit Atom-U-Booten unverzichtbar ist.

Drohnenangriff auf Taganrog

Am 30. Mai griffen ukrainische Drohnen das Werksgelände des Flugzeugherstellers Berijew im russischen Taganrog an. Bei der nächtlichen Operation in der Region Rostow am Asowschen Meer wurden zwei Langstreckenflugzeuge der russischen Marine vom Typ Tu-142 getroffen und zerstört. Die Maschinen befanden sich auf dem weitläufigen Gelände, das in der russischen Luftfahrtindustrie für die Wartung, Reparatur und Modernisierung großer militärischer Flugzeugtypen bekannt ist.

Unter den getroffenen Flugzeugen befand sich eine Tu-142MK, die primär für die U-Boot-Jagd konzipiert ist. Schwerwiegender ist der Verlust einer Tu-142MR. Die spezielle Variante dient der Marine als fliegende Relaisstation für die strategische Kommunikation. Sie ist mit einer langen Schleppantenne für den VLF-Frequenzbereich ausgestattet. Damit lassen sich Startbefehle an getauchte U-Boote mit ballistischen Raketen übertragen. Das Flugzeug bildet einen essenziellen Knotenpunkt der russischen nuklearen Abschreckung.

Video der ukrainischen Streitkräfte vom Angriff auf die Tu-142

Verlegung vor dem Angriff

Wie das ukrainische Portal Militarnyi berichtet, befanden sich die zerstörten Maschinen zum Zeitpunkt des Drohnenangriffs nicht im aktiven Dienst. Eine Analyse von Satellitenbildern zeigt, dass die Flugzeuge seit mindestens 2011 ungenutzt auf dem Werksgelände lagerten. Zwischen Mitte April und Mitte Mai wurden drei der vier dort abgestellten Tu-142 jedoch plötzlich bewegt.

Das russische Militär ließ die Flugzeuge von ihren Parkplätzen näher an die Hauptproduktionshallen und anliegende Rollwege heranführen. Die genauen Gründe für die Verlegung sind unklar. Der Hersteller Berijew ist auf amphibische Flugzeuge und die Modifikation großer Spezialflugzeuge fokussiert. Neben den Arbeiten an der Tu-142 ist das Werk auch für die Instandhaltung der russischen Frühwarnflugzeuge vom Typ A-50 zuständig, die ebenfalls bereits Ziel ukrainischer Angriffe waren.

Strategischer Verlust

Obwohl die Flugzeuge nicht unmittelbar einsatzbereit waren, stellt der Vorfall einen strategischen Rückschlag für die russische Marine dar. Die Tu-142MR ist ein seltenes Modell. Militärexperten gehen davon aus, dass insgesamt lediglich zwölf bis 14 Exemplare existieren. Diese sind auf die Nordflotte und die Pazifikflotte aufgeteilt. Ein Verlust verringert die potenziellen Reserven für das russische Militär erheblich, falls aktive Maschinen ausfallen.

Ein direkter Einfluss auf das aktuelle Kriegsgeschehen in der Ukraine ist durch die Zerstörung der eingelagerten Maschinen nicht zu erwarten. Dennoch demonstriert der Angriff, dass ukrainische Streitkräfte in der Lage sind, tief im russischen Hinterland operierende Rüstungszentren zu treffen. Das zwingt die Regierung in Moskau dazu, Ressourcen für den Schutz solcher industriellen Anlagen aufzuwenden.

Was denkt ihr über die Zerstörung der eingelagerten Flugzeuge? Teilt eure Sichtweise zu dem Vorfall gerne in den Kommentaren mit uns!

Was passierte in Taganrog?
In der Nacht zum 30. Mai 2026 griff die Ukraine mit Drohnen das russische Flugzeugwerk Berijew in Taganrog an. Dabei wurden zwei Langstreckenflugzeuge der russischen Marine vom Typ Tu-142 getroffen und zerstört.

Neben einem U-Boot-Jäger (Tu-142MK) wurde auch eine äußerst seltene Tu-142MR getroffen. Drohnenaufnahmen der ukrainischen Einheit "Magyar's Birds" bestätigen den Treffer, der das Flugzeug in Flammen aufgehen ließ.
Warum ist die Tu-142MR so wichtig?
Die Tu-142MR ist kein klassisches Kampfflugzeug, sondern ein fliegender Relaisknotenpunkt für die nukleare Befehlskette. Sie dient der Kommunikation zwischen der russischen Militärführung und getauchten Atom-U-Booten.

Das Flugzeug ist extrem selten. Schätzungen zufolge besitzt Russland nur etwa zwölf bis 14 Exemplare, die auf die Nord- und Pazifikflotte aufgeteilt sind. Ein Verlust wiegt daher strategisch besonders schwer.
Wie funkt die Tu-142MR mit U-Booten?
Für IT-Profis ist die Übertragungstechnik besonders interessant: Die Maschine nutzt das sogenannte Oryol-System und funkt im Längstwellenbereich (VLF). Nur diese extrem niedrigen Frequenzen können Wasser durchdringen.

Um die VLF-Signale zu senden, rollt die Tu-142MR eine kilometerlange Drahtantenne aus dem Rumpf ab. So können Startbefehle für ballistische Raketen an U-Boote übermittelt werden, ohne dass diese auftauchen müssen.
Waren die zerstörten Flieger aktiv?
Das ist derzeit umstritten. Satellitenbilder zeigen, dass die betroffenen Maschinen seit mindestens 2011 ungenutzt auf dem Werksgelände standen. Ein russischer Militärblogger behauptet, sie seien bereits rund 20 Jahre dort.

Es heißt jedoch, dass die Flugzeuge kurz vor dem Angriff bewegt wurden. Experten vermuten, dass sie sich möglicherweise in einer Phase der Instandsetzung befanden und bald wieder flugfähig gewesen wären.
Wie erkennt man die Tu-142MR?
Die verschiedenen Varianten lassen sich durch spezifische Anbauten unterscheiden. Die Tu-142MR besitzt eine markante, nach vorne gerichtete Gondel an der Spitze des Seitenleitwerks.

Die U-Boot-Jagd-Version (Tu-142MK) hat an dieser Stelle stattdessen einen nach hinten gerichteten Magnetfeldsensor (Magnetometer), der zum Aufspüren feindlicher U-Boote unter Wasser genutzt wird.
Welche Folgen hat der Verlust?
Sollte es sich um Maschinen gehandelt haben, die kurz vor der Reaktivierung standen, wäre dies ein massiver wirtschaftlicher und strategischer Rückschlag für Russlands nukleare Abschreckung im Nordatlantik.

Da es nur sehr wenige dieser Spezialflugzeuge gibt, müssten die verbleibenden aktiven Maschinen nun vermutlich länger im Dienst bleiben, bevor sie selbst gewartet werden können. Das erhöht den Verschleiß der Flotte.
Gibt es westliche Pendants dazu?
Ja, das Konzept der luftgestützten Kommunikation mit getauchten Atom-U-Booten wird auch von den USA genutzt. Das amerikanische Gegenstück zur Tu-142MR ist die Boeing E-6A Mercury, die das sogenannte TACAMO-System nutzt.

TACAMO steht für Take Charge And Move Out. Genau wie das russische Modell nutzt auch die E-6A extrem lange Schleppantennen und VLF-Funk, um die Befehlskette im Falle eines nuklearen Konflikts aufrechtzuerhalten.
Zusammenfassung
  • Ukrainische Drohnen griffen am 30. Mai das Berijew-Flugzeugwerk in Taganrog an
  • Zwei russische Maschinen vom Typ TU-142 wurden auf dem Gelände direkt zerstört
  • Spezielle TU-142MR dienen der Marine als fliegende Relaisknoten für VLF-Funk
  • Russland besitzt von dieser seltenen Spezialvariante nur etwa zwölf Exemplare
  • Satellitenbilder zeigen die Bewegung der seit 2011 gelagerten Flugzeuge im Mai
  • Dieser Angriff belegt die ukrainische Fähigkeit zu Schlägen im Hinterland

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